Die surrealistische Zufallshandlung

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Um die surrealistische Zufallshandlung zu entwickeln wenden wir eine Methode an: Aus einem Hut ziehen wir Zettel und arbeiten mit den daraus resultierenden Ergebnissen.

Im Theater wird diese Methode bekanntermaßen schon angewendet. (http://www.springmaus.com) Zuschauer oder Zettel aus dem Hut werden auf der Bühne umgesetzt. Natürlich geht das genauso im Film oder beim Drehbuch Schreiben. Im Theater werden also zum Beispiel durch improvisiertes Schauspiel die ungeplanten Zurufe oder Anregungen aus dem Publikum von den Schauspielern umgesetzt. Würde solches Theater gefilmt werden, wäre es ein entsprechender Film, oder immer noch Theater? Beim Drehbuch verhält es sich so, dass gemäß der Regeln der Dramaturgie eine Story und Plotlines gebildet werden.

Für unser Drehbuch bereiten wir nun anregende Zettel vor. Auf den Zetteln stehen dann Story Ideen oder kurze Plotlines. Wir werden uns daran orientieren, wenn wir arbeiten. Warum wenden wir diese Methode an? Das Überwinden der eigenen Grenzen, der Blick über den Tellerrand, ist nur möglich, wenn wir von Außen Anregungen und Impulse erhalten. Gemäß der Lehren der Zen Buddhisten ist zwar alles bereits in uns selbst veranlagt, bedarf gegebenenfalls jedoch der Erweckung. Drehbuchautoren lernen die erfolgreichen Schemata und Elemente, welche von Kundschaft und Zuschauer erwartet werden. Wenn wir nun davon abweichen, ist es nicht mehr erfolgreich. Das bedeutet, wir verzichten nicht auf eine Handlung und wir weichen auch nicht vom Schema ab. Indem wir die Beliebigkeit der Handlung postulieren, parodieren wir den Mainstream.

eine Hand hält Karteikarten

Eine Liste möglicher Handlungen wird erstellt. Ein einzelner Zettel ist kein wirkliches Zufallsergebnis. Unser Maßstab wird nun sein, jeweils 36 Lose anzufertigen.

Hier unsere 36 spontanen Handlungsvorschläge als Bild:

die Liste der Plotlines

Das Bild zeigt eine Liste der 36 Handlungen. In Rot werden mögliche Helden vorgeschlagen, in Orange weitere Figuren, in Gelb Orte der Handlung, in Grün Antagonisten, in Blau wichtige "Objekte" und in Violett Werte, Moral oder ähnliches. Diese sollen in einem späteren Arbeitsschritt ausdefiniert werden. Wir arbeiten natürlich paranoisch-kritisch! Es genügt nicht, alles zufällig zu ermitteln. das ist nämlich keine Kunst. Unser schöpferischer Beitrag muss maßgeblich sein, eine "Schöpfungshöhe" haben. Das Werk an sich wäre durch das Leistungsschutzrecht auch ohne Schöpfungshöhe geschützt, jedoch ist uns als Künstler daran gelegen, das Thema zu transportieren, die Message. Sonst wäre es eine Verschwendung von Zeit und Energie.

Unsere erste Ziehung ergibt: "DIE HELDEN müssen vom ORT dem BÖSEWICHT entkommen" und "... mit immer neuen BÖSEWICHTen dazu".

erstes gezogenes Los zur Handlung

Weitere Ziehungen ergeben dann die farbig markierten Elemente.

Die rot markierten "Helden" werden entwickelt HIER KLICKEN

Die gelb markierten "Orte" der Handlung werden entwickelt HIER KLICKEN

Der grün markierte "Bösewicht" wird entwickelt HIER KLICKEN

Das Ergebnis lautet schließlich: "Die Helden müssen den Cthuhlhu Kultisten im Dorf entkommen. Auf ihrer Flucht begegnen sie Satan, Innenminister, Skelette, Wutbürger, Dr. Mabuse und London Hyatt, vor denen sie ebenfalls flüchten müssen.

die ganze Zufallshandlung

Im nächsten Arbeitsschritt beginnen wir diese "paranoischen" Elemente "kritisch" zu überarbeiten, sozusagen.

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